AiD Presse-News – Angeln in der Ostsee 20202019-07-23T20:19:25+00:00

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PRESSE-NEWS

23.07.2019

Angeln in der Ostsee 2020
Dorsche während der Laichzeit schonen!

AiD Angelportal - Presse News - Angeln in der Ostsee 2020 - Rügendamm

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Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) hat am 29. Mai 2019 seine Fangempfehlungen
für den westlichen und den östlichen Dorschbestand in der Ostsee, für das Jahr 2020 veröffentlicht.

In seinem Bericht stellt das Gremium fest, dass sich die kurzzeitige, positive Entwicklung der
Dorschpopulation im westlichen Ostseeraum voraussichtlich nicht fortsetzen wird. Die leichte
Erholung des Bestands in den Jahren 2018/2019 beruhte auf dem starken Nachwuchsjahrgang
aus dem Jahr 2016.

Allerdings wurde im aktuellen Report die Stärke des Nachwuchsjahrganges um ganze 54 % abgesenkt,
so dass die Bestandsprognosen deutlich schlechter ausfällt, als die des vergangenen Jahres. Der
Umstand, dass die Bestandsschätzung innerhalb eines Jahres um mehr als die Hälfte nach unten
korrigiert werden muss, zeigt, dass auch die wissenschaftliche Datengrundlage keinesfalls gesicherte
Erkenntnisse darstellt.

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Dorsche währen der Laichzeit schonen

Aus der aktuellen ICES-Empfehlung geht hervor, dass der Bestand der westlichen Population in erster
Linie an fehlendem Nachswuchs (2015, 2017, 2018) leidet und nicht wie fälschlicherweise von einzelnen
Umweltverbänden behauptet, an einer Überfischung.

Dazu sollte man bedenken, dass sich die meisten Fischbestände in der Ostsee in einem durchaus guten
Zustand befinden. Allein der Dorsch- und der Heringsbestand sind in einzelnen Gebieten der Ostsee
in keinem guten Zustand und dies ist nicht der Fischerei, sondern negativen Umwelteinflüssen
zuzuschreiben.

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AiD Angelportal - Presse News - Angeln in der Ostsee 2020 - Bestandsübersicht

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Die Mehrheit der bewirtschafteten Fischbestände befindet sich in der Ostsee
in einem guten Zustand (Quadrat oben links ist der angestrebte Zustand) Quelle: Thünen Institut
Linie an fehlendem Nachswuchs (2015, 2017, 2018) leidet und nicht wie fälschlicherweise von einzelnen

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Die organisierten Angler in Deutschland haben erkannt, dass sie als Schützer und Nutzer des Bestandes
ihren Beitrag zur Bestandserholung leisten wollen. Dazu hat der DAFV im Jahre 2016 eine Resolution
herausgegeben ind seine Mithilfe angeboten. Diese Hilfeleistung werden wir auch weiterhin anbieten.
Wir müssen jedoch die Wirksamkeit des derzeitigen Bag-Limit für Angler, zum Managemant des Bestandes
indessen aus mehreren Gründen anzweifeln:

Die Auswirkungen der Fangbegrenzung für Angler Lassen sich derzeit nicht quantifizieren und spiegeln
sich auch nicht im Erfolg oder Misserfolg der Maßnahme wider. Zudem wirkt sich die Höhe der
Tagesfangbegrenzung sehr stark auf die Intension des Anglers aus, überhaupt angeln zu gehen bzw.
an die Küsten Schleswig-Holsteins oder Mecklenburg-Vorpommerns zu reisen. Einhergehende Einschnitte
im Tourismusbereich wurden immer wieder und von mehreren Seiten deutlich zur Sprache gebracht.
Als ein Resultat fielen die Angelfänge in den zurückliegenden Jahren deshalb deutlich geringer aus,
als die kalkulierten Werte für das entsprechende Bag-Limit.

Der DAFV spricht sich aus den oben genannten Gründen gegen eine erneute Veränderung
des Bag-Limits
für 2020 aus. Um den Bestandsaufbau zu fördern, erachten wir vielmehr ein
Management über einen ökologischen Ansatz in Form einer wissenschaftlich begründeten
Schonzeit als zielführend und begrüßen den Ratschlag des Thünen Instituts (TI), während
der Fortpflanzungszeit auf den Fang von Laichdorsch zu verzichten.

Die Schonzeit für den Dorsch wurde im letzten Jahr auf Grundlage einer Forschung der dänischen
Berufsfischer abgeschafft. Nun zeigt sich, dass die Kritik des DAFV an dieser Maßnahme begründet und
eine Wiedereinführung dringend geboten ist.

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Vermischungsgebiet SD 24
Fangverbot für Dorsch und Hering?

Sowohl Dorsche der östlichen und westlichen Bestände kommen im Gebiet der Sub-division 24 (SD 24) vor.
Da der Ostdorsch bedroht ist, wird auch über ein Fangverbot für Dorsch in diesem Gebiet nachgedacht.
Die sub-division umfasst im Wesentlichen das Meeresgebiet vor Mecklenburg-Vorpommern inklusive
Rügen bis nach Bornholm.

AiD Angelportal - Presse News - Angeln in der Ostsee 2020 - Dorsch

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Quelle: Thünen Institut

Wissenschaftliche Erkenntnisse des TI haben gezeigt, dass sich in diesem Gebiet durchaus regionale
Verteilungsmuster zeigen. Si ließen sich die Westdorsche deutlich Ufernäher nachweisen, während
der Ostbestand auf dem offenen Meer zu finden war. Demnach nimmt die Freizeitfischerei in der SD 24
nur einen geringen Einfluss auf den Bestand der Ostdorsche und soll laut der aktuellen Prognose von
einem Fangverbot ausgenommen werden.

In Anbetracht der sozio-ökonomischen Bedeutung des Angeltourismus in Mecklenburg-Vorpommern,
gilt es, eine nachhaltige Freizeitfischerei langfristig aufrecht zu erhalten. Der DAFV fordert eine gesteigerte
Wertschätzung aus den vielen neuen Erkenntnissen des Angelsektors. Mit dem Internationalen Rat für
Meeresforschung und dessen Fangempfehlungen werden richtigerweise biologisch-ökonomische Ziele
verfolgt und umgesetzt. Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass viele Maßnahmen keine, oder unbeabsichtigte
Wirkungen entfalten. Hier müssen wir uns fragen, ob die sozio-ökonomischen Werte der Freizeitfischerei
schlichtweg vernachlässigt worden sind. Angeln wird in vielen Ländern der Welt als ogenannter „high-value“
low-impact“ (übersetzt: hoher Wert, geringe Belastung) Tourismus anerkannt.

Es ist nun Zeit, die Vorteile der Angelfischerei in Europa zu erkennen, sie zu fördern und zu nutzen.

Wir rufen die Politik und die Wissenschaft auf, Maßnahmen für eine langfristige
Sicherung der Bestände zu ergreifen. Es ist schlichtweg keinem Angler zu erklären,
dass im Jahr 2019 die Schonzeit abgeschafft wurde und dazu die Tagesfangbegrenzung
für den Dorsch von 5 auf 7 Fische pro Tag erhöht wurde und im nächsten Jahr mit der
Begründung des fehlenden Nachwuchses wieder heruntergesetzt werden soll.

Insbesondere der Fang von Heringen durch Angler ist für viele Menschen eine der
letzten Möglichkeiten, auch ohne viel Geld und Aufwand, einen eigenen Fisch zu fangen.

Nach der Schließung des Rügendamms 2018, einer beliebten Brücke vom Festland nach
Rügen, auf der sich jedes Frühjahr hunderte Bürger Heringe für den Eigenbedarf fangen
konnten, wären weitere Einschränkungen für die beiden wichtigsten Fische für Angler für
den nachhaltigen Tourismus von Anglern in Mecklenburg-Vorpommern kontraproduktiv.

Der Anteil der Anglerfänge mag zugenommen haben, ist aber im Vergleich zur Berufsfischerei
nach wie vor deutlich geringer. Im Gegensatz dazu liegt die volkswirtschaftliche Wertschöpfung
eines mit der Angel gefangenen Fisches um ein Vielfaches über der Wertschöpfung eines Fisches,
der mit einem Netz gefangen wird.

Angeln erfüllt damit alle Kriterien einer nachhaltigen Nutzung von Fischbeständen auf Grundlage
der gemeinsamen Fischereipolitik in der EU.