AiD Presse-News – Europa Kommission – Fangstopp für den Dorsch2019-07-29T13:36:48+00:00

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PRESSE-NEWS

29.07.2019

Fangstopp für Dorsch
in der östlichen Ostsee!

AiD Angelportal - Presse News - Europa Parlament - Fangstopp für den Dorsch östliche Ostsee

Am vergangenen Dienstag (23.07.2019) informierte die EU-Kommission
den Fischereiausschuss des Europa Parlaments über den sofort geltenden
Fangstopp für den östlichen Dorschbestand in der Ostsee.

EU-Kommission erlässt Sofortmaßnahmen
für den kommerziellen Sektor.

Für die Berufsfischerei gilt ab sofort ein Fangverbot auf Dorsch aus der östlichen Ostsee.
Die Sofortmaßnahmen laufen zunächst bis Ende des Jahres und betreffen auch die sogenannte
Subdivision 24. Die Küstenlinie Mecklenburg-Vorpommerns ist von den Sofortmaßnahmen
jedoch ausgenommen. Details können der Durchführungsverordnung der E-Kommission
entnommen werden.

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Angler sind von den aktuellen
Sofortmaßnahmen der EU nicht betroffen.

Im Gebiet der Subdivision 24 kommen sowohl Dorsche des östlichen, als auch des westlichen
Bestandes vor. Während der Ostbestand auf dem offenen Meer zu finden ist, trifft man auf
Westdorsche in Küsten- und Ufernähe. Die Sofortmaßnahmen gestatten weiterhin die
küstennahe Fischerei in der Subdivision 24. Für Anglerinnen und Angler sind keine
Einschränkungen ausgewiesen. Es gilt in Subdivision 24 weiterhin die Tagesfangbegrenzung
von 7 Dorschen pro Tag. Über die Fangquoten und die Tagesfangbeschränkungen für das
nächste Jahr entscheidet der EU-Ministerrat im kommenden Oktober.

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Wo liegt das Problem bei den Beständen?

Wissenschaftler des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) haben in ihren aktuellen
Fangempfehlungen darauf hingewiesen, dass sich der östliche Dorschbestand in der Ostsee in einem
biologisch schlechten Zustand befindet und haben deshalb einen Fangstopp gefordert. Dieser
Empfehlung kam die EU-Kommission jetzt umgehend nach.

Die Wissenschaftler merkten an, dass dreimal mehr Fische an natürlichen Ursachen sterben würden
als durch die Fischerei. So sorgen höchstwahrscheinlich auch eine Reihe ökologischer Faktoren wie
Sauerstoffmangel, Schadstoffbelastung, Erwärmung, Nahrungsmangel, Parasitenbefall und die
Vermehrung von Prädatoren für eine besorgniserregende Bestandsentwicklung. In der östlichen
Ostsee gefangene Dorsche werden immer magerer und weisen beim Eintritt der Laichreife
ausgeprägten Minderwuchs auf.

In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern können sich die Angler derzeit über die
Fangmengen und -größen nicht beklagen. Der gute 2016er Jahrgang ist abgewachsen und hat bei
vielen für Erleichterung und Zuversicht gesorgt. Dennoch geben Wissenschaftler des Rostocker
Thünen Institutes zu bedenken, dass sich die positive Entwicklung der Dorschpopulation im
westlichen Ostseeraum vorraussichtlich nicht fortsetzen wird. Die leichte Erholung des Bestandes
in den Jahren 2018/2019 beruhte allein auf dem starken Nachwuchsjahrgang aus dem Jahr 2016.
Nach Aussagen der Wissenschaftler gleichen die Reproduktionserfolge aus 2017 und 2018, wie
schon 2015 einem Totalausfall. Durch die diesjährige Korrektur des Nachwuchsjahrganges 2016
um 54 % nach unten, fällt die Bestandsprognose dazu deutlich schlechter aus als bisher angenommen.
Der westliche Dorschbestand leidet derzeit stärker unter Nachwuchsrekrutierung, als an Überfischung.

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Dorsche während der Laichzeit schonen

Die organisierten Angler in Deutschland haben erkannt, dass sie als Schützer und Nutzer des
Bestandes ihren Beitrag zur Bestandserholung leisten wollen. Hierzu sei auch auf den Artikel
„Angeln in der Ostsee 2020“ hingewiesen.

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Keine Senkung des Bag-Limits für 2020

Der DAFV spricht sich gegen eine erneute Veränderung des Bag-Limits für 2020 aus.
Um den Bestandsaufbau zu fördern, erachten wir vielmehr ein Management über einen
ökologischen Ansatz in Form einer wissenschaftlich begründeten Schonzeit als zielführend
und begrüßen den Ratschlag des Thünen Instituts (TI) während der Fortpflanzungszeit
auf den Fang von Laichdorsch zu verzichten. Wir rufen die Politik und die Wissenschaft
auf, Maßnahmen für eine langfristige Sicherung der Bestände zu ergreifen.

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Sofortmaßnahmen der EU-Kommission

Aus den kürzlich erschienenen Empfehlungen des Internationalen Rates zur Erforschung
des Meeres (ICES) verzeichnet der Dorschbestand im östlichen Ostseeraum aufgrund
verschiedener Faktoren eine stark negative Bestandsentwicklung. Vor diesem Hintergrund
hat die EU-Kommission nun ihre Entscheidung getroffen. Auf Grundlage von EU Verordnungen
zur nachhaltigen Nutzung der Fischereiressourcen im Rahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik,
kann die EU-Kommission, von sich aus oder auf begründeten Antrag eines Mitgliedsstaates,
Sofortmaßnahmen zur Erhaltung der marinen biologischen Ressourcen erlassen.

Sie kann, wie in diesem Fall getroffen werden, wenn aus wissenschaftlichen Gutachten hervorgeht,
dass die Laicherbiomasse eines Bestandes unter einem festgelegten Mindestreferenzpunkt liegt.
Damit soll sichergestellt werden, dass der betroffenen Bestand möglichst schnell wieder eine Größe
erreicht, die eine Befischung nach dem Prinzip des maximal nachhaltigen Ertrags (maximum
sustainable yield MSY) ermöglicht. Es handelt sich bei den Sofortmaßnahmen um EU-Rechtsakte
die längsten für einen Zeitraum vom sechs Monaten gelten. Zuletzt hatte die EU-Kommission
2003 eine Dringlichkeitsmaßnahme für den östlichen Dorsch in der Ostsee erlassen.