AiD Presse-News – Fisch des Jahres 2019 – Der Lachs2019-05-17T12:59:26+00:00

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PRESSE-NEWS

15.05.2019

Fisch des Jahres 2019
– Der altlantische Lachs –

DAFV stellt Broschüre zum Fisch des Jahres 2019 vor.

2019 ist das Jahr des Lachses.
Die NASCO, (North Atlantic Salmon Conversation Organization),
eine internationale Naturschutzorganisation, will damit auf den Lachs und seine Gefährdung
aufmerksam machen. Der Deutsche Angelfischerverband hat ebenfalls den Lachs (Salmo salar)
zum Fisch des Jahres 2019 gekürt. Seit 1984 machen die organisierten Angler durch den
jeweiligen Fisch des Jahres auf besondere Fischarten aufmerksam.

Die Informationsbroschüre zum Fisch des Jahres wurde am 08. Mai in feierlichem Rahmen
der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Einladung des Deutschen Angelfischerverbands folgten
rund 40 Gäste aus Politik, Presse und Anglerverbänden. Auch einige Autoren, die an der
umfangreichen Broschüre mitgearbeitet hatten, waren vetreten und standen für Gespräche
bereit.

Dr. Christel Happach-Kasan, Präsidentin des DAFV, eröffnete die abendliche Veranstaltung.
Sie freute sich, dass mit Michael von Abercron (CDU), Carina Konrad (FDP), Friedrich Ostendorff
(Bündnis 90/Die Grünen), Dieter Stier (CDU) und Kees de Vries (CDU) mehrere Mitglieder
des Bundestages der Einladung gefolgt waren und damit ihr Interesse für die Probleme
der Wanderfische zeigten.

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Angler – Naturschützer mit langem Atem

Dr. Happach-Kasan stellte in ihrer Rede die Bedeutung des Lachses als wohl bekanntestem Vertreter
der Wanderfische vor. Wanderfische wie der Lachs schlüpfen in den Oberläufen unserer Flüsse aus
dem Ei, wachsen zwei Jahre heran und schwimmen in die Meere und von dort wieder zurück zu ihrem
Geburtsort, um sich dort zu paaren und Eier zu legen. Der Schutz ihrer Lebensräume, die sie in ihrem
Lebenszyklus durchwandern und die Wiederbesiedlung unserer Flüsse mit dem anspruchsvollen
Wanderfisch ist eine große Herausforderung.

Sie gab einen kurzen Abriss über die Themen, der 144 seitigen Broschüre und zeigte dabei auf, dass
die Angler nicht selten Ihrer Zeit voraus sind. So wurde u. a. in der Erstausgabe des Anglermagazins
„Der Blinker“, die vor 50 Jahren erschienen ist, schon auf die Gefährdung des Lachses eingegangen.

Es waren auch die Angler, die erste Lachszuchtstationen gegründet und Wieseransiedlungsprojekte ins
Leben gerufen haben. Als Vorreiter der Wiederansiedlungsprogramme ist der Landesfischereiverband
Weser-Ems unter seinem damaligen Präsidenten Günter Brüning zu nennen, der bereits 1978 mit
Besatzmaßnahmen in den Nebengewässern von Ems, Weser und Elbe begann. Fünf Jahre später
begann Hartwig Hahn, eine „Lachslegende“ aus Schleswig-Holstein, seine ersten Lachse zu erbrüten
und in der Stör auszusetzten.

Weitere Projekte folgten und 2001 wurde mit dem Lachszentrum Hasper Talsperre e.V. die größte
Lachsbrutanlage Deutschlands aufgebaut. Mit über 4 Millionen erbrüteten Lachseiern pro Jahr
ist diese Zuchtanlage, die von Dr. Rainer Hagemeyer geleitet wird, Bezugsquelle für Brütlinge
vieler Wiederansiedlungsprojekte in Deutschland. Inzwischen haben Landesverbände der Angler
begonnen, den Lachs im Flussgebiet der Elbe wieder heimisch zu machen.

Mit dem Lachs auf Zeitreise

Im Anschluss an die Rede der DAFV-Präsidentin stellte Armin Weinbrenner, einer der Autoren der
Lachsbroschüre, die Entwicklung der Lachsbestände in Deutschland dar. Anhand historischer Daten,
die er zusammen mit Kollegen in einer Datenbank gesammelt hat, zeigte er den drastischen Rückgang
der Lachsbestände in den letzten 100 Jahren.

Ursprünglich war der Rhein der wichtigste Lachsfluss in Europa. Dort war er in den sechziger Jahren
des vorherigen Jahrhunderts ausgestorben. Der Verein Wanderfische ohne Grenzen / NASF Deutschland,
dessen erster Vorsitzender Weinbrenner ist, hat neben den historischen Daten auch Besatzzahlen und
Rückkehrerfänge erfasst und konnte somit auch aufzeigen, wo seit wann Fischbesatz stattfindet und was
an ersten Erfolgen zu verzeichnen ist. Besonders überraschend für viele Zuhörer war die Aussage, dass
die Fänge von 100.000 Lachsen pro Jahr im Rhein, wie sie aus dem 19. Jahrhundert belegt sind, teilweise
schon damals auf Besatzmaßnahmen beruhten.

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Der Weg ist das Ziel

Heutzutage würde man sich über 100.00 Lachsrückkehrer im Rhein freuen. Doch in Anbetracht der
Tatsache, dass es Zeiten gab, in denen 100 Millionen Lachse im Rhein aufgestiegen sind, sind selbst
100.000 Fische eine geringe Anzahl. Aktuell ist die Freude bereits groß, wenn 100 bis 200 Fische
pro Jahr bei der Rückwanderung registriert werden.

Und so fiel auch das Fazit zu den Bemühungen um die Wiederansiedlung der Lachse in Deutschland
aus. Über Jahrhunderte sind unsere Bäche und Flüsse durch Melioration für die Landwirtschaft,
Begradigung für die Schifffahrt und Energiegewinnung aus Wasserkraft zu reinen Wassertransport-
wegen degradiert worden. Um diese tiefen Wunden an den Gewässern in wenigen Jahrzehnten zu
heilen, bedürfte es Wunder. Daher ist es nicht überraschend, dass es keine schnellen Erfolge bei der
Wiederansiedlung des Lachses gibt. Wiederansiedlungsprogramme müssen über viele Jahrzehnte
laufen, um zu nachhaltigen Erfolgen zu führen.

Besatz ist nicht alles

Vordringlich muss die Durchgängigkeit gewährleistet sein. Absolutes Unverständnis äußert
Weinbrenner über die Tatsache, dass über 6.500 Wasserkraftanlagen die Fließgewässer in
Deutschland für die Fischwanderung versperren. 90% des Stroms aus Wasserkraft wird in nur
10% der Anlagen produziert. Der Strom wird über das EEG durch feste Preise subventioniert.
Strom aus Wasserkraft ist in Deutschland von untergeordneter Bedeutung, ist nur 3% am deutschen
Strommix beteiligt. Es muss daher gefragt werden, mit welcher Berechtigung die übrigen
Kleinwasserkraftanlagen betrieben werden. Sie haben keine Bedeutung für die Stromversorgung.

Problem falsch verstandener Naturschutz

Ein weiteres Problem ist der hohe Bestand an Kormoranen an unseren Gewässern.
Während der Lachsbestand zurzeit nahezu ausschließlich über den Besatz aufrechterhalten
werden kann, sind Kormorane mit über 25.000 Brutpaaren in Deutschland an unseren
Gewässern allgegenwärtig.

Der Schutz gefährdeter Fische sollte denselben Stellenwert im Naturschutz haben wie der
von Vögeln, Reptilien und Säugetieren. Nur weil die Fische nicht für jedermann sichtbar
sind, sind sie nicht weniger schützenswert.

Der immer fortwährende Kampf um den Schutz des Kormorans, gefährdet Land auf und
Land ab Fischbesatzprojekte, bei denen es oft um Populationen geht, die gerade mühsam
wiederaufgebaut werden und die schon von einem kleinen Schwarm Kormorane innerhalb
eines Tages ausgerottet werden können. Die Regulierung von Prädatoren für den Vogelschutz
wird dagegen vom Naturschutz akzeptiert

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Informationsbroschüre zum Fisch des Jahres 2019
„Der Atlantische Lachs“

Interessierte können die Informationsbroschüre
142 Seiten
ISBN: 978-3-9818775-2-6
für 6,90 €
im DAFV-Shop bestellen.

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