AiD Presse-News – Viele Angler wenig Müll2019-05-05T12:23:05+00:00

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PRESSE-NEWS

10.04.2019

Viele Angler, wenig Müll!

Zum Ergebnis kommt eine aktuelle Studie vom Thünen Institut für Ostseefischerei im Auftrag
des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN)
in Kooperation mit dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-
Vorpommern (LUNG M-V) und dem Deutschen Angelfischerverband e.V. (DAFV).

Meeresmüll wird als bedeutendes globales Problem angesehen, da er die marinen Ökosysteme
schädigt, ihre nachhaltige Nutzung beeinträchtigt und seine Entfernung, sofern überhaupt
möglich, erhebliche Kosten verursacht. Meeresangler/-innen sind zahlemmäßig eine große
Nutzergruppe der Meere (Hyder et al., 2018). Daher wird auch die marine Freizeitfischerei
(Angelfischerei) als eine relevante Quelle von Meeresmüll in der Nord- und Ostsee diskutiert.

AiD Presse-News 2019 - Viele Angler, wenig Müll

Da Strandmüllmonotoring an der Nord- und Ostsee zeigte ein geringes Vorkommen
von angelspezifischem Müll.

An der Ostsee ließen sich lediglich 0,6 % der Müllbestandteile definitiv der Angelfischerei
zuordnen. An der Nordsee waren es 0,33 % (Spülsaummonotoring 2002 – 2007).
Im Nordsee-Strandmüllmonotoring im Herbst 2018 wurde nach Angabe des
Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWN)
gar kein spezifischer Angelmüll gefunden.

„Kaum ein Naturschutzthema ist politisch derzeit so gefragt. Jeder sollte sich angesprochen
fühlen, seinen Angelplatz sauber zu hinterlassen. Die aktuelle Studie lässt zwar ein wenig
aufatmen, aber wir dürfen uns darauf nicht ausruhen, sagt Alexander Seggelke, Geschäftsführer
des DASV.

Einstellung von Anglern zum Thema Müll

Die Einstellung der Anglerinnen und Angler zur Müllbelastung wurde nun erstmalig für die
Meeres- und Binnenangelfischerei untersucht:

Die Mehrheit der Befragten (72,9 %) war in einem Angelverein des Herkunftsortes organisiert.
142 Personen waren in Angelvereinen organisiert, die sich im Inland befanden und
Binnengewässer bewirtschafteten. Alle Vereine führten regelmäßige (zumeist zwei- bis viermal
im Jahr) Reinigungs- und Aufräumarbeiten an den  Gewässern durch, an denen 91,6 % der
Befragten regelmäßig teilnahmen.

100 % der Befragten waren der Meinung, dass der eigene Abfall mitgenommen werden soll.
Das Aufstellen öffentlicher Abfalleimer erhielt eine sehr hohe Zustimmung. Auch die Maßnahmen,
„Andere bitten ihren Abfall mitzunehmen“ erhielten relativ hohe Zustimmungswerte.

AiD Presse-News 2019 - Foto 2 - Viele Angler, wenig Müll

„Nimm Fünf“
Angler entsorgen Müll beim Angeln

In vielen Ländern helfen Meeresangler/-innen bei der Beseitigung von Meeresmüll.
Ein Beispiel ist die Kampagne „Nimm Fünf“ des Deitschen Meeresanglerverbandes (DMV e.V.).
Hierbei werden die Meeresangler/-innen aufgefordert, während ihrer Angeltouren bis zu fünf
Minuten an der Küste aufzuräumen bzw. bis zu fünf Müllteile von der Küste zu entfernen
und umweltgerecht zu entsorgen. Im Bereich der Müllvermeidung gibt es Empfehlungen
des Deutschen Meeresanglerverbandes, dass die Schnurstärke so zu wählen ist, dass das
Risiko des Fanggeräteverlustes verringert wird und keine Gefährdung anderer oder der
Natur entsteht.

Auch im Binnenland sind Angler aktiv

„Tue Gutes und rede darüber“,
mit diesem Slogan fordert der Landesanglerverband aus Mecklenburg-Vorpommern
seine Mitglieder auf, über die vielen Säuberungsaktionen in ihren Vereinen zu berichten.

Der Hegetag des Landesanglerverbandes Brandenburg steht seit jeher unter dem Motto
„Angelkur für die Natur“.
Der Landesverband Berlin hat sich dieser Aktion angeschlossen.

Am „Tag des Gewässers“
wird jedes Jahr vom Landesfischereiverband Baden-Württemberg eine grosse Aktion ausgerufen.

Diese Liste ließe sich sicherlich fortführen, sie verdeutlicht aber schon, welche Bedeutung
saubere Gewässer für Angler haben. Ganz zu schweigen von dem gesellschaftlichen Mehrwert
der zahllosen ehrenamtlichen Arbeitsstunden in den Vereinen und Verbänden durch Angler.