Fischlexikon – Bachneunauge 2018-01-28T15:01:19+00:00
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Fischlexikon
Fischlexikon Fischart Bachneunauge
BACHNEUNAUGE

Hier findet Ihr detaillierte Angaben über diese Fischart:
Trivialnamen, Sytematik, Beschreibung, Flossenformel, Lebensraum, Nahrung, Alter/Grösse,
Laichzeit, Sonstiges.

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Fischart
Bachneunauge
lateinisch: Lampetra planeri, englisch: Brook Lamprey, französisch: La petite lamproie de rivirére

Beschreibung
Den Neunaugen fehlen Kiefer, Schuppen, Schwimmblase und paarige Flossen. Das Bachneunauge ist der kleinste heimische Vertreter der Rundmäuler (Cyclostomata). Die beiden verschieden großen Rückenflossen sind miteinander verbunden. Sie haben keine Knochen, sondern nur dürftig entwickeltes knorpeliges Skelett ohne Schulter- und Beckengürtel und deshalb auch keine paarigen Flossen. Der aalähnliche Körper braun gefärbte, auch wurmförmiger Körper endet vorn in ein saugnapfartiges Maul, in dem sich ringförmig angeordnete Hornzähne befinden. Die Mundscheibe weist nur obere Lippenzähne auf, die randständig sind. Die seitlichen äußeren und die unteren Lippenzähne fehlen. Die inneren Lippenzähne sind schwach entwickelt. Sie sind zwei- oder dreihöckerig. An der forderen Zungenplatte sitzen an der Vorderkante an einer Einsenkung mehrere Zähnchen. Das mittlere Zähnchen ist größer und breiter als die übrigen. Die Oberseite ist dunkelblau bis dunkelgrün gefärbt, die Flanken sind gelblichweiß und die Bauchseite ist weiß. Rücken dunkelbraun, mit gräulich hellem Bauch. Sie besitzen nir eine unpaarige Nasenöffnung, aber auf jeder Seite hinter den Augen sieben Kiementaschen mit runden Öffnungen. Von der Seite betrachtet kann es also so erscheinen, als hätten die Tiere neun Augen (Nasenöffnung + Auge + 7 Kiemenöffnungen). So erklärt sich der Name.

Lebensraum
Flussneunauge und Bachneunauge werden von vielen Fachleuten als dieselbe Art betrachtet, wobei sie das Bachneunauge lediglich als stationäre Form des wandernden Flussneunauges ansehen. Bachneunaugen sind stationäre Bewohner kleiner Bäche und Flüsse der Forellen- und Äschenregion. Sie kommen sowohl im Bergland, wie auch in der Ebene vor. Häufig findet man sie zusammen mit Koppen und Bachforellen im gleichen Gewässer. Im Gegensatz zur Koppe ist das Bachneunauge jedoch unempfindlicher gegenüber Gewässerversauerung. Sie meiden steinige und schnell fließende Gewässerabschnitte, sowie die Unterläufe großer Flüsse. Erwachsene Flussneunaugen leben in der Ost- und Nordsee, im Atlantik und im Mittelmeer. Meerneunaugen kommen an den europäischen und nordamerikanischen Küsten vor. Wichtig ist lockeres Substrat unterschiedlicher Korngrößen. Die Larven (Querder) leben während 3 bis 5 Jahren im Sediment eingegraben und ernähren sich von organischem Material, später Umwandlung (Metamorphose) zum erwachsenen Tier (Lampreten) mit Ersatz des Verdauungstraktes durch Geschlechtsorgane.

Nahrung
Neunaugen sind Parasiten. Sie saugen sich an Fischen fest, durchraspeln mit ihren Hornzähnen die Haut und fressen das Körpergewebe.

Alter / Grösse
Flussneunaugen werden 30 bis 35, maximal 50 cm lang und werden höchstens 150 Gramm schwer. Bachneunaugen erreichen maximal 17 cm. Meerneunaugen hingegen werden 50 bis 80, maximal 100 cm lang.

Laichzeit
Zum Laichen steigen Neunaugen in die Flüsse, in deren Oberläufen sie überwintern. Laichzeit der Neunaugen: März bis Mai. Die Laichzüge beginnen jedoch schon von September bis November. Von den ersten Tieren werden, sobald die Laichplätze (sandig-kiesige Bachabschnitte) erreicht sind, Duftstoffe ins Wasser abgegeben, die weitere Tiere anlocken. Beim sehr lebhaften Laichspiel saugen sich ganze Gruppen von weiblichen Neunaugen nebeneinander an Steinen fest, während sich die Männchen wiederum an den Weibchen festsaugen. Während des Tage andauernden Spiels bilden die Männchen ein Begattungsorgan aus, mir dem die Weibchen schließlich besamt werden. Aus den rund 1500 Eiern pro Weibchen schlüpfen nach 18 bis 21 Tagen gelbliche, wurmartige Larven. Die Eltern sterben nach dem Laichen. Aus den Larven entwickelt sich ein Zwischenstadium, die sogenannten Querder. Sie besitzen noch kein Saugmaul und keine Zähne, außerdem sind sie blind. Die Querder graben sich eine Röhre in schlammigen Grund und ernähren sich von Detrius (feines, organisches Material) und Kieselalgen. Erst nach 3 bis 4 Jahren, bei einer Größe von ca. 15 cm, wandeln sie sich in vollausgebildete Neunaugen um.

Sonstiges
Die kieferlosen Rundmäuler, zu denen auch das Bachneunauge gehört, werden stammesgeschichtlich als Vorfahren der Fische betrachtet und gelten micht als echte Fische. Sie sind mit den Fischen nur insofern verwandt, als sie vor rund 400 Millionen Jahren aus gemeinsamen Vorfahren entwickelten: den Kieferlosen (agnatha). Sie gehören zu den primitivsten Wirbeltieren, während die Knochenfische relativ hochentwickelte Wirbeltiere sind. Mit der Angel werden sie höchstens zufällig gefangen. Kurioserweise gelten die Neunaugen gesetzlich als Fische. Früher waren sie ein geschätzter Köder, vor allem für den Huchenfang (Neunaugenzopf). Heute sind die Neunaugen gefährdet und sind ganzjährig geschützt. Die Gefährdungsursachen sind vorwiegend in den Ausbau- und Unterhaltungsmaßnahmen der Gewässer zu sehen, da hierbei die lebensnotwendigen Schlick- und Feinsedimentbänke ausgeräumt werden. Die Bachneunaugen stehen unter Naturschutz.

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