Fischlexikon – Barsch2018-01-28T15:01:19+00:00
Standard Headbanner - Online-Werbung - AiD Angelportal Kategorieseite Fischlexikon Fischart Barsch

.

Logo AiD Angelportal Angeln in Deutschland

Fischlexikon
Fischlexikon Fischart Barsch
BARSCH

Hier findet Ihr detaillierte Angaben über diese Fischart:
Trivialnamen, Sytematik, Beschreibung, Flossenformel, Lebensraum, Nahrung, Alter/Grösse,
Laichzeit, Sonstiges.

Foto AiD Angelportal - Kategorieseite Fischlexikon Fischart Barsch

…………………………………………………………………………

Fischart
Barsch
lateinisch: Perca fluviatilis)

Trivialnamen
Flußbarsch, Buntbarsch, Baarsch, Bars, Bärsch, Barsching, Barsig, Bürschling, Bürstling, Anbeiß, Warschinger.

Systematik
Klasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Ordnung: Stachelflosser (Acanthopterygii)
Familie: Barsche (Percidae)
Gattung: Perca
Art: fluviatillis

Beschreibung
Der Barsch gehört zu den buntesten und am lebhaftesten  gefärbten Fischen unserer einheimischen Gewässer. Er zeigt eine allgemein helle, silbern glänzende Körperfarbe, welche nur stellenweise durch dunklere Querstreifen unterbrochen sind. Der Körper des Barsches ist im Ganzen messinggelb, ins Grünliche schillernd mit dunkelgrünen Rücken und schwärzlichen Querbinden. Er besitzt 58 bis 67 kleine Kammschuppen entlang der Seitenlinie. Diese besitzen an dem freien aus der Oberhaut herausragenden Hinterende, einen mehrreihigen kurzen Stachelansatz, welcher bewirkt, dass sich der Fisch beim entlangstreichen von hinten nach vorne sehr rauh anfühlt. Der vordere Teil der Rückenflosse weist ausschließlich Stachelstrahlen aus, wogegen der hintere Teil nur aus Weichstrahlen besteht. Die Flossen sind oft leuchtend gelbrot. Die Männchen sind auffälliger gefärbt als die Weibchen.  Die Ursache für diese deutliche Rorfärbung scheint die Ernährung der Tiere zu sein, welche zu einem sehr hohen Anteil aus Krebstieren besteht. (Einlagerung von Crustaceorubin). Die endständige Mundspalte kann ziemlich weit geöffnet werden. Die relativ (im Vergleich z. B. zum Zander) schwache Bezahnung deutet darauf hin, dass der Barsch vorwiegend ein Kleintierfresser ist.

Flossenformel
Erste Rückenflosse: 13 – 17 Hartstrahlen
Zweite Rückenflosse: 2 Hartstrahlen, 13 – 15 Weichstrahlen
Brustflosse: 14 Weichstrahlen
Bauchflosse: 1 Hartstrahl, 5 Weichstrahlen
Afterflosse: 2 Hartstrahlen, 8 – 10 Weichstrahlen
Schwanzflosse: 17 Weichstrahlen

Lebensraum
Der Barsch bewohnt ganz Europa mit Ausnahme der Pyrenäenhalbinsel, die Stromgebiete des Schwarzen und des Kaspischen Meeres und des Aral-Sees, sowie Sibirien ostwärts. Im östlichen Teil Nordamerikas wird er durch die Unterart Perca fluviatilis flavescens vertreten. Gegen Einflüss des Klimas ist der Barsch ausserordentlich widerstandsfähig, was ihn bis zu einer Höhe von 1000 m noch vertreten sein lässt. Der Barsch gehört zu den farbenprächtigsten Süßwasserfischen und ist in den Gewässern sehr häufig anzutreffen. Er ist ein anpassungsfähiger Standfisch von stehenden und langsam fließenden Gewässern mit hartem Grund. Barsche kommen an den verschiedensten Standorten in fließenden und stehenden Gewässern vor. Das heisst, man findet sie in stillen Tümpeln ebenso, wie in den Oberläufen von Bächen, in Flüssen, sowie in Teichen und Stauseen. Barsche sind Schwarmfische, nur ältere Exemplare leben als Einzelgänger. In Flüssen bevorzugt er die Uferzone. An den Sauerstoffgehalt seiner Wohngewässer stellt der Barsch verhältnismäßig hohe Anforderungen. Bei Fischsterben infolge von Sauerstoffmangel, sei es durch natürliche Erwärmung des Wassers im Sommer oder infolge fäulnisfähiger Verunreinigungen, sowie bei Sauerstoffschwund unter lange andauernder Eisbedeckung in flachen Gewässern, gehört der Barsch zu den Fischarten, die der Sauerstoffabnahme als erster zum Opfer fallen. Sie nehmen dabei eine sehr typische „Erstickungserscheinung“ ein, d. h. sie verenden mit krampfhaft weit aufgerissenem Maul.

Nahrung
Die in der Freiwasserregion schwebenden Junglarven ernähren sich zunächst von Plantonalgen. Junge Barsche leben meist in Ufernähe und ernähren sich von kleinen Wirbellosen (Würmer, Insekten, Schnecken, Krebsen), sowie von Fischlaich und -brut. Größere Exemplare halten sich bevorzugt in der Freiwasserzone auf und fressen vorwiegend Fische sowie auch Krebs. Wo sich im Gewässer Bestände von Krebsen befinden, werden diese besonders in ihren Jugendstadien, vom Barsch stark mitgenommen. Dabei machen sie auch vor dem eigenen Nachwuchs nicht halt. Barsche jagen, wie auch alle anderen Raubfische, augenorientiert. Im Unterschied zu anderen Wirbeltieren, ragt die Linse eine Stück aus der Pupille heraus, was durch ihre Kugelform zu einem sehr großen Gesichtsfeld von etwa 180° führt. Das Wachstum des Barsches vollzieht sich nach Länge und Höhe je nach Alter unterschiedlich. Der junge Barsch ist ein schlanker Fisch mit stärker ausgeprägtem Längenwachstum. Am älteren Barsch hingegen verschieben sich die Verhältnisse: das Höhenwachstum wird bedeutender.

Alter / Grösse
Der Barsch kann ca. 10 bis 12 Jahre alt werden. Die Durchschnittsgröße liegt bei 15 bis 30 cm. Unter idealen Bedingungen kann er aber auch über 50 cm lang und über 3 kg schwer werden.

Laichzeit
Die Fortpflanzung des Barsches (wie auch die meisten Knochenfische) ist ovipar (= sie legen Eier, aus denen ausserhalb des mütterlichen Körpers Junge schlüpfen), und sie vermehren sich durch äußere Befruchtung, nachdem das Weibchen eine große Zahl von Eiern abgelegt hat und das Männchen seine Samen über diese ergossen hat. Die Laichzeit beginnt in unseren Breiten meist bereits im März und erstreckt sich je nach der klimatischen Lage unter Umständen bis in den Mai. Der Barsch ist daher ein ausgesprochener Frühjahrslaicher. Besonderheit: Der Barsch ist der einzige Fisch in Mitteleuropa, der einen charakteristisch „geformten“ Laich absetzt. Der Laich besteht aus gleichförmigen „Laichbändern“, die über 1 Meter lang und einige Zentimeter breit werden können. Die Eier sind in eine weißlich-schleimige Substanz eingehüllt, die stark klebrig ist. Der Barsch klebt diese Laichstreifen auf alle möglichen unetr Wasser befindlichen Unterlagen. Für Barsche von 200 bis 250 g, werden rund 30.000 Eier abgegeben. Der Eintritt der Geschlechtsreife erfolgt bei den Männchen mit 2 bis 4 Sommern, bei den Weibchen mit 4 bis 5 Sommern. Die Entwicklung der Eier ist von der Wassertemperatur abhängig (wenige Tage bis mehrere Wochen). Die Brut ist beim Verlassen der Eihülle nur wenig pigmentiert und 5 bis 6 mm lang. Der Dottersack hat ellipsoide Form und eine große Ölkugel am vorderen Ende, durch welche das Schweben der Larve im Wasser bewirkt wird.

Sonstiges
Eine weitere Besonderheit der Barschartigen ist das Fehlen der Verbindung zwischen Schwimmblase und Darm. Bei der Beförderung (Angeln) des Barsches an die Wasseroberfläche und dies vor allem in tieferen Seen, bläht sich der Fisch durch die vergrößernde Schwimmblase manchmal so stark auf, dass sogar die inneren Organe (Magen und Teile des Darms) zum Maul herausgedrängt werden. Am hinteren Ende der ersten Rückenflosse befindet sich einblauschwarzer, auffallender Fleck. Dieser hat im Mittelalter Anlass zur Legende gegeben, dass der Barsch an dieser Stelle vom heiligen Pertrus, der als Fischer natürlich teerige Finger hatte, aus dem Wasser gezogen worden sei.

…………………………………………………………………………