Fischlexikon – Hecht 2018-01-28T15:01:18+00:00
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Fischlexikon
Fischlexikon Fischart Hecht
HECHT

Hier findet Ihr detaillierte Angaben über diese Fischart:
Trivialnamen, Sytematik, Beschreibung, Flossenformel, Lebensraum, Nahrung, Alter/Grösse,
Laichzeit, Sonstiges.

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Fischart
Hecht
lateinisch: Esox lucius

Beschreibung
Langgestreckter, walzenförmiger und seitlich nur mässig abgeflachter Körper (stromlinienförmig). Relativ langer Kopf mit einem entenschnabelähnlichen und oberständigem Maul. Grosse und weit nach hinten verlagerte Rücken- und Afterflosse. Olivgrüne Färbung und weißer Bauch. Die Zeichnung auf dem Körper ist sehr unterschiedlich. Grosses Maul mit in mehreren Reihen angeordneten spitzen und scharfen Zähnen.

Flossenformel
D 7-8 / 13-15, A 4-5 / 12-14

Lebensraum
Die Verbreitung des Hechtes erstreckt sich über Nordasien und Europa (nicht im Hohen Norden und auf der Iberischen Halbinsel), in Nordamerika gibt es eine verwandte Art, den Muskie. In Europa existiert nur eine Art dieser Fischfamilie. Der Hecht kommt in allen Gewässern Mitteleuropas vor, die dem Raubfisch genügend Lebensmöglichkeiten bieten. Bei ausreichendem Nahrungsangebot ist er ein Standortfisch und zeigt ein ausgeprägtes Territorialverhalten (standorttreu), bei geringem Nahrungsangebot wandert er aber auch im Gewässer herum. Der bevorzugte Lebensraum des Hechtes liegt in den vegetationsreichen Uferzonen stehender oder langsam fliessenden Gewässer. Hier lauert er zwischen den Wasserpflanzen, unter Uferböschungen oder in versunkenen Bäumen / Ästen auf Beute, zu der er aus seinem Unterstand „sprintet“. Hechte gibt es auch in schwach salzigen Bodden an der Ostseeküste (vor allem Deutschland, Polen und Schweden).

Nahrung
In der Jugend tierisches Plankton und Fischbrut, später Fische aller Art, Frösche und sogar kleine Säugetiere. Ernährt sich auch kannibalisch von eigenen Artgenossen.

Alter / Grösse
Im Normalfall selten älter als bis 15 Jahre, bis zu 30 Jahre wurde aber auch schon nachgewiesen. Die Durchschnittsgrößen liegen bei 50 bis 100 cm. Längen bis 150 cm (Weibchen) und 100 cm (Männchen) oder Gewichte von ca. 25 kg sind möglich.

Laichzeit
Zur Fortpflanzung im Frühjahr (Februar bis April, Wassertemperatur muss unter 8° liegen) werden Bereiche geringer Tiefe oder überschwemmte Riedwiesen aufgesucht und die an Wasserpflanzen heftenden Eier abgelegt (bis 20.000 Eier pro kg Körpergewicht). Die nach 10 bis 15 Tagen schlüpfenden Larven bleiben die ersten Tage an Pflanzenstengeln haften. Als Jungfischchen ernähren si sich von Kleinkrebsen, aber nach 4 bis 5 Wochen, mit einer Länge von ca. 5 cm, erfolgt die Umstellung auf Fisch als Hauptnahrung. Geschlechtsreif wird der Hecht nach 1 bis 2 Jahren. In vielen Gewässern kann sich der Hecht nicht fortpflanzen, da dort durch das Hochwasser überschwemmte Wiesen fehlen. In Talsperren ist durch den schwankenden Wasserstand z. B. keine Reproduktion möglich.

Sonstiges
Der Hecht kann schnell beschleunigen, 60% der Körpermasse bestehen aus Muskeln. Die extrem weit hinten liegende Rückenflosse und die große Schwanzflosse verleihen ihm ein großes Beschleunigungsvermögen. Der Hecht lauert, im Kraut versteckt, seiner Beute auf und fällt diese mit einem rasanten Spurt an. Dabei verläßt er sich auf sein hervorragendes Sehvermögen (im trüben Wasser auch) und auf den überdurchschnittlich entwickeltem Geruchsinn. Die Zähne am Oberkiefer können nach innen „geklappt“ werden, um Beute besser schlucken, aber nicht wieder entkommen lassen zu können. Mit dem beweglichen Kiefer kann er auch große Beutefische „am Stück“ verschlingen. Die Beute wird meist quer gepackt, gedreht und mit dem Kopf voran geschluckt. Männliche Hechte überschreiten selten ein Gewicht von 4,5 kg, alle gefangenen „Meterhechte“ sind überwiegend weibliche Hechte (Hechtoma). Der Hecht wächst sehr schnell, für 1 kg Körpergewicht benötigt er 5 bis 8 kg Fische. der Hecht frisst am liebsten Fische, die etwa ein Zehntel bis ein Fünftel seines eigenen Körpergewichtes haben. Er frisst pro Jahr etwa das Zweieinhalbfache seines Körpergewichtes. Davon frisst er die Hälfte unmittelbar nach dem Laichgeschäft, etwa um den April herum.

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