Fischlexikon – Huchen2018-01-28T15:01:18+00:00
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Fischlexikon
Fischlexikon Fischart Huchen
HUCHEN

Hier findet Ihr detaillierte Angaben über dies Fischart:
Trivialnamen, Sytematik, Beschreibung, Flossenformel, Lebensraum, Nahrung, Alter/Grösse,
Laichzeit, Sonstiges.

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Fischart
Huchen
lateinisch: Hucho hucho

Beschreibung
Der Körper ist langgestreckt, spindelförmig und gleicht sehr dem seiner Verwandten, z. B. der Forelle oder dem Lachs. Die zum Teil dunkel gepunktete Oberseite ist grau bis braun, während die Körperseiten und der Bauch heller gefärbt sind. Zum Teil ist ein rötlicher Glanz auszumachen, jedoch fehlen dem Huchen die roten Punkte, das rote Flankenband oder die weissen Flossensäume einer Forelle oder eines Saiblings, so dass es ausser bei Jungtieren selten zu Verwechslungen kommt. Wie alle anderen Angehörigen der Familie der Lachse weist auch der Huchen eine Fettflosse auf, die bei ihm allerdings grösser ist als bei den meisten anderen Arten. Weitere Kennzeichen des Huchens sind die kleinen Strahlenflossen und das bis hinter das Auge reichende Maul.

Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Huchens unfapt die Donau und ihre rechtsufrigen Zuflüsse Inn, Salzach und Ems. In den Einzugsgebieten von Elbe und Weichsel scheint sich der Huchen zu halten, obwohl der Beweis für die natürliche Fortpflanzung in diesen Gewässern noch fehlt. Ursprünglich kam der Huchen in der Schweiz nur im Inn vor. Die zahlreichen Staudämme in der Donau und im Inn verunmöglichten jedoch die Wanderung zu den Laichgewässern im Engadin, so dass die Art bereits seit mehreren Jahrzehnten aus diesem Fluß verschwunden ist. Nach Besatzversuchen wurden bis in die 1970er Jahre einige Tiere im Rhein und in der Saane beobachtet. Da jedoch die natürliche Fortpflanzung nicht erfolgreich verlief, ist der Huchen heute auch aus diesen Gewässern verschwunden. Der Huchen ist in der Schweiz ausgestorben. Die Art umfasst zwei Unterarten, die als „Hucho hucho hucho“ hauptsächlich im Donau Fluss-System und als „Huchu Hucho taimen“ in der Wolga und weiter östlich gelegenen großen Flüssen vorkommt. Als sich in den letzten 30 Jahren die Populationszahlen der Donaubestände aufgrund ökologischer Veränderungen verringerten, wurde die Art, meist erfolglos, auch in anderen Flüssen eingeführt. In der Elbe, der Weichsel ind einem Zufluss des Bodensees scheinen die Aussetzungsversuche jedoch erfolgreich gewesen zu sein. Er lebt ganzjährig in stark bis mässig strömenden, größeren Fließgewässern und braucht kaltes, klares, sauerstoffreiches Wasser mit tiefen Kolken als Versteck, aber auch stark strömende Gewässerabschnitte.

Nahrung
Huchen sind standorttreue Raubfische. Während sich die Jungtiere hauptsächlich von Invertebraten ernähren, jagen die Adulten grössere Wirbeltiere, darunter Fische, Amphibien, Reptilien, kleine Säuger und Wasservögel. Ihre Nahrungssuche findet vertikal im ganzen Gewässer statt, einschließlich des Gewässergrundes und der Gewässeroberfläche (benthopelagische Nahrungssuche), so dass ein breites Nahrungsspektrum angedeckt werden kann. Die Strategie des Räubers ist es, hinter Baumwurzeln zu verharren um vorbeikommende Beute aus dem Hinterhalt zu jagen.

Alter / Grösse
Der Huchen wird in der Regel bis ca. 15 Jahre alt und meist 60 cm bis 120 cm gross. In Ausnahmefällen bis 150 cm und an die 20 kg schwer.

Laichzeit
Zur Fortpflanzung suchen die Tiere zwischen März und April flache überströmte Gewässerabschnitte mit kiesigem Subtrat auf, die meist oberhalb der Standplätze oder in Seitengewässern liegen. Hier legen die Weibchen bis zu 10.000 Eier in Laichgruben ab und bedecken diese mit Kies. Die Jungfische wachsen schnell und erbeuten schon im zweiten Lebensjahr andere Fische. Der Huchen erreicht die Geschlechtsreife mit 3 bis 4 Jahren.

Sonstiges
Die bereits im neunzehnten Jahrhundert einsetzende Gewässerverbauung und die sich daraus ergebenen Folgen für die Gewässerstruktur, haben die Bestände des Huchens sehr beeinträchtigt. Durch Querbauwerke werden Laichwanderungen unterbunden, durch die verringerte Strömung in verbauten Gewässerabschnitten wird das Kieslückensystem mit Feinsedimenten zugesetzt und somit für das Laichgeschäft unbrauchbar. Eine weitere Gefährdung der Restpopulationen stellt der Schwallbetrieb in Zusammenhang mit Wasserkraftwerken dar. Zum Schutz ist die Erhaltung frei durchwanderbarer Flussabschnitte mit natürlicher Gewässerdynamik, hoher Fliessgeschwindigkeit und einer abwechslungsreichen Gewässerstruktur mit ausreichenden Unterstandsmöglichkeiten von großer Bedeutung. Weiterhin müssen ein ausreichendes Nahrungsangebots an Nasen, Barben und Lauben, sowie gut durchströmte Kiesrücken und -bänke als Laichhabitate des Huchens gewährleistet sein.

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