Fischlexikon – Maifisch2018-01-28T15:01:18+00:00
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Fischlexikon
Fischlexikon Fischart Maifisch
MAIFISCH

Hier findet Ihr detaillierte Angaben über diese Fischart:
Trivialnamen, Sytematik, Beschreibung, Flossenformel, Lebensraum, Nahrung, Alter/Grösse,
Laichzeit, Sonstiges.

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Fischart
Maifisch
lateinisch: Alosa alose

Beschreibung
Der gestreckte und seitlich zusammengedrückte Körper glänzt an den Seiten und am Bauch silbrig grau, am Rücken ist er dunkler. Hinter dem Kiemendeckel findet sich beiderseits ein dunkler Fleck, dahinter können unter Umständen noch ein oder zwei, selten mehr hellere Flecken liegen. Das Auge ist mit unbeweglichen Fettlidern abgedeckt. Der Unterkiefer reicht bis an den hinteren Augenrand. Auf der Bauchunterseite sind die Schuppen deutlich gekielt wodurch die Bauchkante gesägt aussieht. Vor der bauchflosse liegen 19 bis 20, hinter ihr 15 bis 16 Kielschuppen. Es fehlt äußerlich sichtbare Seitenlinie und die entsprechenden Seitenlinienschuppen. Die 70 bis 86 mittelgrossen Rundschuppen liegen seitlich in einer Längsreihe. Seitlich reichen kleine Schuppen bis auf die Schwanzflosse während der Kopf schuppenfrei ist. Eine Fettflosse fehlt und die Rückenflosse ist kurz. Die Brustflosse ist schwärzlich, die anderen Flossen grünlich. Die Kiemen des Maifisches besitzen 90 bis 120 dünne, lange Reusendornen, die länger als die Kiemenblättchen sind. Bei der verwandten Finte sind die 40 bis 60 Reusendornen kräftiger und nur fast so lang wie die Kiemenblättchen.

Flossenformel
Rückenflosse: 18-22
Brustflosse: 14-17
Bauchflosse: 8-9
Afterflosse: 21-27
Schwanzflosse: 19

Lebensraum
An den westeuropäischen Atlantikküsten lebt der Maifisch in grossen Schwärmen. Außerdem kommt er im westlichen Mittelmeer vor. 1998 wurde das letzte sicher bestimmte Exemplar in der Ostsee nachgewiesen. Anfang des 20. Jahrhunderts gingen seine grossen Bestände immer weiter zurück. Inzwischen ist er in seinen ursprünglichen Laichgewässern verschollen. Nir am Oberrhein findet man zur Laichzeit einige wenige Exemplare.

Nahrung
Zooplankton ist die Hauptnahrung der Maifische im Meer, während sie im Süsswasser keine Nahrung zu sich nehmen. Larven und Jungfische fressen kleine Wirbellose.

Alter / Grösse
Der Maifisch kann bis zu 11 Jahre alt und bis zu 80 cm lang werden. Meist aber nur etwa 40 cm lang bei 3 kg Gewicht.

Laichzeit
Die mit 4 bis 8 Jahren laichreifen Maifische ziehen im Frühjahr in die Oberläufe der grossen Flüsse und Nebenflüsse und suchen dort ihre Laichplätze auf. Dabei bevorzugen sie kiesige, flache und stark überströmte Bereiche. Sie gehören zu den Freiwasserlaichern und bevorzugen dabei Wassertemperaturen zwischen 15 und 25° C. Das Ablaichen der 80.000 bis 650.000 Eier pro Weibchen erfolgt nachts in strömenden Flussabschnitten (0,5 bis 2 m/s). Anschließend sterben die meisten der geschwächten Alttiere, nur wenige schaffen den Weg zurück ins Meer. Die Eier sinken auf den Boden zwischen die Kiesel und treiben dort umher bis die Jungfische nach 4 bis 8 Tagen schlüpfen. Die schnell wachsenden Jungfische wandern nach zwei bis drei Monaten mit einer Länge von 8 bis 12 cm, zwischen August und Oktober, ins Meer.

Sonstiges
Der Maifisch trat früher in grossen Schwärmen im Monat Mai in den Flüssen auf, daher hat man ihm den Namen Maifisch gegeben. Noch Mitte des letzten Jahrhunderts galt der Maifisch als „Arme-Leute-Essen“. In riesigen Schwärmen wanderten die Fische zur Laichzeit. das änderte sich dann aber rasch. In erster Linie war die starke Überfischung Auslöser für den starken Rückgang Ende des 19. Jahrhunderts. 1930 fing ein Berufsfischer den letzen Maifisch in der Nähe von Basel. Heute verhindern die Gewässerverschmutzung und vor allem der Ausbau und die Kanalisierung eine erneute Wiederansiedlung der Fische. Die einzige Möglichkeit den Maifisch in deutschen Fliessgewässern zu erhalten dürfte die Wiederansiedlung der Durchgängigkeit der Gewässer sein. Heute gibt es kaum noch einen Fluss, der nicht durch ein Wehr oder Kraftwerk verbaut ist. Diese bilden für die Fische unüberwindbare Hindernisse. Nur selten gibt es Umleitungen für die Fische, die vorhandenen werden auch nicht mehr angenommen. Meistens enden die wandernden Fische in den Turbinen der Kraftwerke. Der Maifisch war einst einer der „Brotfische“ des Rheins. Fisch des Jahres 2004.

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