Fischlexikon – Quappe 2018-01-28T15:01:17+00:00
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Fischlexikon
Fischlexikon Fischart Quappe
QUAPPE

Hier findet Ihr detaillierte Angaben über diese Fischart:
Trivialnamen, Sytematik, Beschreibung, Flossenformel, Lebensraum, Nahrung, Alter/Grösse,
Laichzeit, Sonstiges.

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Fischart
Quappe
lateinisch: Lota lota

Trivialnamen
Rutte, Trüsche, Aalquappe.

Beschreibung
Der langgestreckte Körper ist vorne walzenförmig und hinten seitlich zusammengedrückt. Der Kopf ist breit und flach. Es gibt 2 Rückenflossen. Die vordere hat 9 bis 16 Strahlen. Die Afterflosse ist mit 65 bis 78 Strahlen gebauso lang wie die hintere Rückenflosse. Am Unterkiefer befindet sich eine auffällige längere Bartel. Die Bauchflossen sind kehlbeständig. Nur die Schwanzflosse ust abgerundet. Die Schuppen sind klein und dünn und haben eine rundliche Form. Der Rücken ist in der Grundfärbung braun, gelboliv bis grün. Zusätzlich hat er eine undeutliche, dunkle Marmorierung. Die Flanken sind heller und haben eine gelbliche Färbung. Der Bauch ist weisslich.

Die natürliche Verbreitung der Quappe umfasst nahezu die gesamte Nordhalbkugel. In Europa kommt sie nördlich des Balkans und der Pyrenäen fast in allen Flussgebieten vor, wobei sie östlich der Oder und in Skandinavien häufiger ist. Der gegenwärtige Schwerpunkt ihres Vorkommens ist nach wie vor der Bodensee. Am Rhein ist die Art vielerorts noch gut bekannt. In der Donau ist die Quappe selten geworden und im Neckar nahezu verschwunden. Die Quappe ist ein Grundfisch in tiefen Seen und klaren, sauerstoffreichen Fliessgewässern mit geringerer Strömungsgeschwindigkeit. Sie ist aber auch imstande, Forellenbäche bis zu 1200 m Höhe, sowie die Brackwasserbereiche der Ostsee zu besiedeln. Tagsüber hält sich die Quappe in Verstecken auf, um erst bei Einbruch der Dämmerung aktiv zu werden. Die Quappe lebt in Fliessgewässern und in grossen Seen. Sie hat ein verhältnismäßig großes Sauerstoffbedürfnis. Im allgemeinen ist die Quappe ein Bodenbewohner. Tagsüber ist sie zumeist inaktiv und liegt hier zwischen Steinen, unter Wurzeln, in Löchern, Höhlen und Gumpen verborgen. Während der Dämmerung und der Nacht geht sie auf Nahrungssuche.

Nahrung
Die Quappe ernährt sich von kleinen Wirbellosen (Insektenlarven, Muscheln, Schnecken) und von Fischen. Bisweilen lassen sie sich aber auch Fischeier und Fischbrut schmecken. Grössere Quappen sind ausgeprägte Laich- und Bruträuber, darüber hinaus vertilgen sie auch massenhaft Fische.

Alter / Grösse
Die Quappe kann bis zu 10 Jahre alt werden. Quappen können bis zu 80 cm gross und bis zu 8 kg schwer werden.

Laichzeit
Die Quappen werden zumeist im dritten, der Rogner mitunter erst im vierten Jahr geschlechtsreif. Nur vereinzelt laicht die Quappe bereits im Alter von zwei Jahren. Die Laichzeit fällt überwiegend in die Monate Dezember bis März (Winterlaicher). Im Inn zum Beispiel beginnt die Laichzeit in der Regel Mitte Januar. Sie erstreckt sich indes bis weit in den Februar hinein, das heisst, Quappenvolk wird nach und nach laichreif. Sind Quappen reif, laichen sie innerhalb weniger Tage ab. Zuvor werden oft noch kurze Laichwanderungen flussaufwärts durchgeführt. Bei Temeraturen zwischen 0,5 bis 4° C, werden die ca. 1 mm grossen Eier (rund 1.000.000 / kg Körpergewicht) abgelegt. Aufgrund einer großen Ölkugel schweben die Eier frei im Wasser. Wie bei fast allen Winterlaichern haben Quappeneier eine lange Entwicklungszeit. Im Hinblick auf die enorme Laichproduktion überrascht es nicht, dass die Quappe unmittelbar nach der Laichzeit abgemagert ist.

Sonstiges
Die Quappe ist eine Wanderfischart, gehört als einziger Süsswasserfisch zu den Dorschartigen und war vor ca. hundert Jahren in Deutschland noch relativ weit verbreitet. Aufgrund veränderter Gewässerbedingungen in zahlreichen Gewässerläufen ist die Quappe aktuell ein stark zurückgedrängter und admit gefährdeter Raubfisch. Stauwehre, Kleinwasserkraftwerke und andere Flussverbauungen versperren ihr zunehmend den Weg zu den Laichgebieten. In Brandenburg z. B. ein Gebiet, in dem die Quappe ursprünglich starke Populationen aufwies, wird sie nur noch in den Hauptströmen von Elbe und Oder angetroffen. In den Nebenflüssen und -bächen hat iht Bestand dramatisch abgenommen. Damit die Art nicht ausstirbt, wird der Bestand durch hohen finanziellen Aufwand und Arbeitseinsatz der Angelvereine in geeigneten Flusssystemen durch Besatz gestütz. Auch den Weiterbestand dieser Fischart (auch Rutte, Trüsche, Aalquappe genannt) muss man im Auge haben, wenn die Fliessgewässersysteme in heutigen Zeiten mit dem Bau von Kleinwasserkraftanlagen zerstört werden. Fisch des Jahres 2002.

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